Starke Debütanten in Roth
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25 Grad, ein neuer Frauenweltrekord sowie ein Herrensieger, der die Weltbestzeit nur knapp verfehlte. Man kann beim am vergangenen Sonntag Langdistanztriathlons, dem Challenge Roth über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen „mal wieder“ von einem wahren Jahrhundertrennen sprechen, bei dem auch etliche Forchheimer Athleten mit von der Partie waren.
Als schnellster Forchheimer brachte Bernd Hagen den Dreikampf hinter sich. Im 23 Grad warmen Kanalwasser hatte er bei seiner zehnten Roth-Teilnahme endlich das Glück in einer Gruppe mit kräftesparenden Wasserschatten schwimmen zu können. So kam er nur knapp hinter seiner Wunschzeit aus dem Wasser. Am Rad befolgte er diesmal die Devise, sich besser zu ernähren und in der ersten von zwei Radrunden bewusst etwas im Tempo zu drosseln. Trotzdem wurden seine Beine bereits nach 80 km etwas müde, auf den letzten Kilometern auf dem Weg zum zweiten Wechsel berichtete er gar von einem kraftlosen Zustand. Wie gewohnt konnte er dann allerdings beim Laufen ein flottes Tempo anschlagen und hatte nach 1:25 Std. bereits die Halbmarathonmarke passiert. Richtig hart waren dann die letzten Kilometer, bei denen er großes Kämpferherz bewies und den 21. Platz bis ins Ziel verteidigen konnte. Der Lohn der Mühen war der Titel deutscher Vizemeister in der Altersklasse M 35, auch wenn er mit einer etwas besseren Endzeit geliebäugelt hatte.
Christian Seeberger’s Wettkampf begann mit einem mäßigen Schwimmen, bei dem er rund fünf Minuten hinter seiner kalkulierten Zeit zurück blieb. Auf dem Rad (4:58 Std.) hielt sich der starke Radfahrer diesmal bewusst zurück, um noch einen guten Marathon laufen zu können. Auf der Laufstrecke konnte er zunächst ein hohes Tempo anschlagen und befand sich auf Marathonkurszeit von 3:15 Std. Nach der Hälfte hatte er dann zunehmend mit einer verkrampften Muskulatur zu kämpfen und musste sein Tempo drosseln. Trotzdem konnte er den bisher besten Marathon bei einem Langdistanztriathlon (3:37 Std.) laufen und verfehlte am Ende seine Bestzeit um nicht einmal zwei Minuten.
Für Wolfgang Christel wird der vergangene Sonntag wohl als der schwärzeste Tag in seiner Triathlonkarriere eingehen. Nach gutem Schwimmen (1:10 Std.) lag er auch am Rad voll im Soll, ehe Ende der ersten Runde ein irreperabler Schaltungsdefekt eine Weiterfahrt unmöglich machten und den sichtlich enttäuschten Athleten zur Aufgabe zwang.
Einen nahezu perfekten Tag erlebte der Kirchehrenbacher Roland Hübschmann bei seinem Ironman-Debüt. In den Vortagen noch von Selbstzweifeln getrieben, kam das Selbstvertrauen rechtzeitig am Rennsonntag zurück. Ein gutes Schwimmen (1:03 Std.), bei dem er sich weitestgehend aus den Pulks heraushalten konnte und lediglich einmal einen Ellbogen ins Gesicht bekam bildete den Auftakt eines perfekten Tags. Lediglich mit dem eigenen Körpergefühl und ohne Pulsmesser ausgestattet ging es für ihn dann auf den Zweirundenkurs. Immer dessen bewusst, dass das Laufen der härteste Part werden wird, hielt er sich am Rad dann sogar zurück, um sich fürs Laufen noch Kräfte zu sparen. Mit Gänsehaut ging es durch tausende Zuschauer den Solarer Berg hoch. Bis km 140 lief alles voll nach Plan, erst als sich leichte Krampfansätze bemerkbar machten, kamen größte Bedenken, den Wettkampf bis zum Ende durchzustehen. Der Oberschenkel konnte wieder gelockert werden und so ging es nach 6:28 Stunden auf die Laufstrecke. Ein Marathon von 3:30 Stunden und sogar die magische 10-Stunden-Marke sollte möglich sein. Trotz Seitenstechen zu Beginn, konnte er bis km 22 den nötigen Schnitt von 5:00 Minuten/km halten, ehe erneutes Seitenstechen und zunehmende Schmerzen in den Oberschenkeln ihn noch etwas Zeit einbüßen ließen. Angetrieben von seinen Trainingskollegen konnte er nach 10:06 Stunden überglücklich das Ziel überqueren. Tags darauf konnte er immer noch nicht fassen, was er am Vortag geleistet hatte und war sich sicher, dass die Schmerzen gehen, der Stolz aber bleibt.
Auf ein hervorragendes Debüt kann auch Karlheinz Loskarn zurückblicken, bei dem er seine anvisierte Zielzeit von 11:59 Stunden noch weit unterbieten konnte. Nach kräftesparendem Schwimmen (1:19 Std.) konnte er auf der Radstrecke seine Stärke voll ausspielen und hatte bereits nach 5:22 Stunden die welligen 180 km zurückgelegt. Richtig gut ging die erste Hälfte des Marathons, danach bekam aber auch er zu spüren, wie hart der abschließende Lauf sein kann. Nach einem kurzzeitigen Tief und den Aufmunterungen seiner Trainingskollegen konnte er nach 11:14 Stunden seinen Tag krönen.
Nach 10 Jahren machte sich Henry Ludwig zu seinem zweiten Roth-Start auf. Sein Schwimmen verlief voll im Rahmen, lediglich nach 3 km verließen ihn etwas die Kräfte. Mit großem Respekt vor der langen Distanz ging er dann auf die 180 Radkilometer, die er etwas verhaltener als geplant fuhr und auch den kleinen Durchhänger in den Steigungen zwischen km 130 und 150 gut überstand. Absolutes Gänsehaut-Feeling war auch bei ihm am Anstieg des Solarer Bergs angesagt. Fast zu gut fühlte er sich dann am Beginn der Laufstrecke, bei der er sich sogar bremsen musste. Leider bekam er ab km 17 Verdauungsprobleme, die ihn auf den folgenden 10 km vier Mal aufs stille Örtchen zwangen. Ab km 32, auch durch die großartige Unterstützung seiner Familie und Trainingskollegen konnte er sich aber wieder erholen und den Marathon gut zu Ende laufen. Seine Zeit aus dem Jahr 2000 konnte er sogar um 12 Minuten verbessern, womit er sehr zufrieden war.
Auch Mario Kühlwein, Trainingspartner von Karlheinz Loskarn, startete seine erste Langdistanz mit der selben Schwimmtaktik wie Loskarn. Nach verhaltenem Schwimmen konnte er eine kontante Radleistung zeigen und dabei sogar einen Schnitt von über 30 km/h realisieren. Einen großen Kampf lieferte er auf dem abschließenden Marathonkurs. Auch bei ihm gingen die ersten Kilometer noch relativ gut. Zunehmend schwerere Beine machten die abschließende Disziplin zur echten Härteprobe, die er mit Bravour bestand und nach 12:22 Stunden seine Premiere beenden konnte.
In der Staffel „Areva Powermen 1“ ging Andreas Kalb als Schwimmer an den Start. Mit der hervorragenden Schwimmzeit von 53:28 konnte er weit vorne bei den Staffelschwimmern aus dem Rother Kanal steigen. Am Ende belegte das Dreigespann nach 9:56 Std. den 132. Platz der Männerstaffeln.
Mit neuer Bestzeit (1:12:34 Std.) absolvierte Carsten Wink die Auftaktdisziplin, bei der er sich durch sein hohes Anfangstempo aus dem Geprügel heraushalten konnte und nachdem er alles gegeben hatte, glücklich, aber auch vollkommen platt aus dem Wasser stieg und den Zeitchip an Frank Deobald übergeben konnte. Dieser konnte zu Beginn mit einem 38er Schnitt gleich richtig loslegen. Der aufkommende Wind auf der zweiten Radrunde für die später gestarteten Staffeln machte auch ihm zu schaffen, dennoch konnte er mit 5:01:17 Std. eine hervorragende Radzeit realisieren und den Zeitchip als Staffelstab auf die kurzfristig eingesprungene Anni Lange übergeben. Anni Lange konnte zu Beginn sogar auf Zielzeit von einem 3:30-Std.-Marathon los laufen, erst zwischen km 25 und 31 musste sie, auch aufgrund der Wärme ihr Tempo etwas reduzieren. Glücklicherweise konnte sie sich wieder erholen und spulte die letzten Marathonkilometer bei ihrer Challenge-Premiere dann wieder mit einem hohen Tempo ab. Am Ende stand eine tolle und beachtliche Marathonzeit von 3:47:50 Std. auf dem Papier. Damit belegte die Staffel „Forchheimer Tr-I-mpuls“ nach 10:04:57 Std. den hervorragenden 45. Platz bei den Mixed-Staffeln
Ergebnisse:
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