SSV Forchheim bekommt sein erstes Ironwoman
SSV`ler beim Langdistanztriathlon Quelle Challenge Roth vertreten
Am 3.7. um 6:30 Uhr ist es endlich soweit, wenn Susi Zettl (24) mit der ersten Startgruppe (Startnummer 159) beim Quelle Challenge in Roth über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen auf die Strecke geht. Zurzeit studiert die aus Schlaifhausen stammende und für den SSV Forchheim startende Triathletin BWL in Kempten.
Zum dritten Mal mit dabei ist Markus Herfurth, der natürlich versuchen wird, seine Zeit vom Vorjahr zu unterbieten.
Zur Seite stehen den beiden die Staffelteilnehmer des SSV, für die der Startschuss allerdings erst um 8:20 Uhr bzw. 8:25 Uhr fällt. So legt Stefan Obenauf die Schwimmstrecke für die Staffel "Die Heroldsbacher" (Startnummer 2420) in geplanten 1:20 Std. zurück und übergibt auf seinen Vereinskollegen Christian Seeberger, der die 180 km in möglichst unter 5 Stunden in Angriff nehmen will, um den dritten Heroldsbacher Stefan Rascher auf die Laufstrecke zu schicken.
In der Staffel "Alfredissimo" mit der Startnummer 2451 übernimmt der letztjährige Neuntplazierte der M 50 Alfred Schlund den Radpart und versucht dabei, seine Radzeit aus dem letzten Jahr von 5:33 Std. nochmals zu unterbieten.
Interview von Frank Müller mit Susi Zettl
Susi, wie kommt man eigentlich auf die Idee sich der Herausforderung eines Langdistanztriathlons zu stellen und warum ist die Wahl gerade auf Roth gefallen?
Susi Zettl (S.Z.): Mitmachen wollte ich schon, seit ich mit dem Triathlon, mittlerweile sind 5 Jahre vergangen, angefangen habe. Für Roth habe ich mich entschieden, weil es die naheste Langdistanz ist und dadurch auch die heimischen Fans von zuhause zur Unterstützung anreisen können.
Wie bist du zum Triathlon gekommen, gab es eine Zugangssportart?
S.Z.: Vorher war ich eine weniger gute Leichtathletin (Anm.: beim TSV Ebermannstadt) und habe dann den Thomas (Anm.: Thomas Schmidt, Lebenspartner und Triathlet des SSV Forchheim) kennen gelernt und bin durch ihn zum Radfahren gekommen. Danach hat sich das mit dem Triathlon so langsam entwickelt.
Du bist im Oktober letzten Jahres während deines Auslandspraktikums beim Chicago Marathon (3:21 Std.) und kürzlich beim Forchheimer Halbmarathon (Siegerin in 1:26:57 Std.) Topzeiten gelaufen. Ein Resultat der konsequenten Vorbereitung?
S.Z.: Ich habe mich natürlich riesig gefreut, dass beides überraschend gut ging. Der Chicago-Marathon ist ja ein Riesenevent mit 40.000 Teilnehmern und Unmengen an Zuschauern. Das war schon gigantisch!
Die Triathlon-Langdistanz ist für dich ja etwas Unbekanntes. Woher holt man sich die Tipps für die Planung?
S.Z.: Man fragt einfach alle, die das bereits gemacht haben und die man kennt, insbesondere Alfred Schlund (Anm.: Finisher beim Quelle-Challenge 2004), der mir die meisten Tipps gegeben hat. Natürlich probiert man selber auch viel aus, vor allem wie man die Ratschläge selber umsetzen kann und wie sie auf einen selber zutreffen.
Wie kann man sich eine normale Trainingswoche bei dir vorstellen?
S.Z.: Man wechselt immer zwischen den drei Disziplinen ab. Mein Ziel war immer, dass ich 20 Stunden pro Woche trainiere. Das war so mein grober Anhaltspunkt. Das meiste habe ich nach Gefühl gemacht. Eine Rolle spielt aber auch, wie es sich mit dem normalen Tagesablauf und dem Wetter vereinbaren lässt.
Wie gestaltet sich das Training, hast du feste Trainingszeiten oder machst du die Einheiten eher allein?
S.Z.: Wenn ich in Forchheim bin, trainiere ich im Verein, natürlich beim Schwimmtraining mit meinen Vereinskollegen vom SSV, ebenso einmal in der Woche beim Lauftraining. Radfahren gehe ich ebenfalls mit den Jungs vom SSV, die mich hinterher ziehen. Aber natürlich muss ich auch einiges allein trainieren, da die Langdistanz doch höhere Trainingsumfänge erfordert.
Eine wichtige Rolle bei einem so langen Wettkampf spielt die Verpflegung. Trainiert man das speziell zur Gewöhnung?
S.Z.: Fiese Frage! Es ist ja bekannt, dass ich während des Trainings oder Wettkampfes nicht der große Esser bin. An das viele Trinken muss ich mich auch noch gewöhnen. Ich habe aber schon ausprobiert, was ich gut vertrage und werde mir auch einen Plan zurechtlegen, wann und was ich essen werde, weil ich mich sonst eigentlich immer zu spät verpflege.
Deine Vorbereitung hat im Winter angefangen. Auf welche Umfänge blickst du seitdem zurück?
S.Z.: Bis zum Wettkampftag werde ich auf dem Rad ca. 6000 km haben. Im Laufen habe ich in der Woche zwischen 70 und 100 km, im Schwimmen zwischen 10-12 km trainiert.
Mit welchem Ziel gehst du an die Startlinie, hast du dir eine bestimmte Zeit vorgenommen?
S.Z.: Finishen ist das Mindestziel. Aber man rechnet sich natürlich aus, was in etwa drin ist, wenn alles gut läuft. Ich hoffe auf eine Zeit um 12 Stunden.
Wie lässt sich das aufwendige Training mit normalem Alltag vereinbaren?
S.Z.: Die Diplomarbeit ging dadurch etwas langsamer als normal vorwärts. Ansonsten hatte ich dieses Semester im Studium relativ viel Freizeit, weil ich schon die meisten Prüfungen absolviert habe.
3.7. Roth! Was kommt dann, hast du schon weitere Ziele ins Auge gefasst?
S.Z.: Erst einmal in Roth finishen und dann sieht man weiter!
Vielen Dank für das Interview und einen guten Wettkampf.
Susi Zettl bei der Streckenbesichtigung zum Quelle Challenge in Roth
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