Quelle Challenge Roth 2006

Der Countdown für den Quelle Challenge läuft

Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit. Der Quelle Challenge Roth über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen geht nach dem Entzug der Ironman- Lizenz in seine mittlerweile fünfte Auflage. Doch auch in der Nach-Ironman-Zeit ist das Event stark besetzt wie eh und je. Mit am Start werden auch wieder vier Atheten des SSV Forchheim sein, allen voran Susi Zettl.

Für sie wird der Wettkampf bereits in der ersten von neun Startgruppen um 6:20 Uhr gestartet. Bereits im letzten Jahr gab die 25-jährige Diplom-Betriebswirtin in der mittelfränkischen Triathlonhochburg ihr Triathlondebüt und konnte dabei auf Anhieb mit einem sensationellen sechsten Platz des Damenfeldes eine nicht für möglich gehaltene Platzierung erzielen. Nachdem sie letztes Jahr die Unterschreitung der magischen 10-Stunden-Schallmauer um knappe zwei Minuten verfehlte, träumt sie dieses Jahr davon, eine 9 vorne dran zu stehen haben. Bei optimalen Bedingungen traut sie sich dabei 58 Minuten im Europakanal, 5:25 Std. auf dem Zwei-Runden-Radkurs sowie 3:25 Std. im abschließenden Marathon entlang der Kanalwege zuzüglich der beiden Wechsel zu. Eine Rechnung, die in der Theorie durchaus möglich erscheint, doch auch Susi Zettl ist sich bewusst, dass die äußeren Bedingungen, die Tagesform und sonstige nicht vorhersehbare Ereignisse ihr einen ganz anderen Ausgang des Rennens bescheren können. Durch ihren beruflichen Einstieg letzten Herbst bei der Sparkasse in Forchheim war die Vorbereitung in diesem Jahr zwangsläufig charakterisiert durch ein Pensum, das zwar aus weniger Umfängen bestand, dafür fanden sich aber im Vergleich zum Vorjahr vermehrt härtere und schnellere Trainingseinheiten im Plan. Dabei trainierte sie im wechselnden Turnus immer wieder disziplinspezifisch Schwerpunkte, was aber auch teils durch schlechte Wetterperioden gar nicht anders möglich erschien. So konnte sie beispielsweise im durchwachsenen Mai nicht ihr geplantes Radtraining absolvieren und musste zwangsläufig öfter die Laufschuhe schnüren. Insgesamt kann sie aber abgesehen von einem Sturz beim Skifahren, bei dem sie sich das Knie verdrehte, auf eine gelungene Vorbereitung zurückblicken, in der sie ab April nur selten unter einem wöchentlichen Trainingspensum von 20 Stunden lag. Begünstigt wurde dies zuletzt auch noch durch das Entgegenkommen ihres Arbeitgebers bei der Flexibilisierung ihrer Arbeitszeit. Ein besonderes Ereignis war für sie auch die Aufnahme in den neu gegründeten Langdistanzkader der Deutschen Triathlon Union. So konnte sie Anfang Mai im Rahmen des ersten Kaderlehrgangs insbesondere im Schwimmen durch die Videoanalyse des schnellsten Ironman-Schwimmers Jan Sibbersen wertvolle Tips ernten und sich daneben mit intensiven Radeinheiten weitere Tempohärte holen. Ihre ansteigende Formkurve zeigen auch die Topresultate ihrer diesjährigen Wettkämpfe. Während sie nach ihrer Knieverletzung im Winter beim Antalya-Marathon (3:12 Std.) noch als Trainingslauf absolvierte, zeigte sie beim Halbmarathon in Großenseebach (Sieg in 1:27 Std.), dass mit ihr auch dieses Jahr wieder zu rechnen ist. Durch ihre Erfolge wurde schließlich auch das Team Erdinger Alkoholfrei auf sie aufmerksam und nahm sie mittlerweile in den elitären Athletenkreis mit auf. So folgte sie dann im Mai dem Ruf ihres neuen Hauptsponsors im Mai zum stark besetzten Erdinger Stadttriathlon, bei dem sie den sechsten Platz belegen konnte. Als letzte Tests absolvierte sie im Juni noch den Marathon in Stockholm, bei dem sie nach 3:03 Std. als beste Deutsche die Ziellinie überquerte. Einen letzten Test absolvierte sie am vergangen Samstag bei ihrem Heimrennen, dem Forchheimer Altstadtfesttriathlon, den sie nicht nur erneut in souveräner Manier für sich entscheiden konnte, sondern ihre Vorjahreszeit auch noch um knapp 3 Minuten verbessern konnte und das wohlgemerkt bei einer Wettkampfdauer von 1:12 Std.

In der zweiten Startgruppe wird der 53-jährige Alfred Schlund um 6:55 Uhr zum zweiten Mal nach 2004 (11:06 Std.) an den Start gehen. Neben einer guten Platzierung in der Altersklasse M 50 und der gleichzeitig damit verbundenen Wertung zur Deutschen Meisterschaft liebäugelt der starke Radfahrer bei einem guten Rennverlauf mit einer Zeit unter 11 Stunden. Dafür müsste er sich in den einzelnen Disziplinen jedoch geringfügig steigern. Eine Verbesserung sollte dabei insbesondere auf dem Rad möglich sein, was dieses Jahr trotz der widrigen Wetterbedingungen den Schwerpunkt seiner Vorbereitung bildete. Dank eines Frühjahrstrainingslagers auf Mallorca hat er seit Januar 4500 km auf seinem neuen Rad heruntergespult. Im Laufen und Schwimmen hat er seine Vorbereitung bereits letzten November begonnen und bringt es seitdem auf 1300 km per pedes sowie 210 km im Wasser. Ähnlich wie Susi Zettl trainiert er vor allem in der Hochphase wöchentlich bis zu 20 Stunden. Neben seinen beiden Vorbereitungswettkämpfen, dem Halbmarathon in Schesslitz (1:39 Std.) sowie dem BAUR Duathlon in Altenkunstadt (1. M 50) stand auch für ihn am vergangenen Wochenende der Altstadtfesttriathlon als letzter Test auf dem Programm, wo er insbesondere auf dem Rad noch einmal seine Form unter Beweis stellte.

Zeitgleich mit ihm wird sich Markus Herfurth in den Kanal begeben, um sich in der Wertung der Weltmeisterschaft der Feuerwehrleute zu platzieren. Ob er sein Ziel, eine Zeit zwischen 12 und 12 ½ Stunden erreichen wird, wird wohl maßgeblich vom abschließenden Marathon abhängen. Im Gegensatz zu den Vorjahren hat der mittlerweile erfahrene Ironman wesentlich weniger trainieren können, da ihm neben dem Zeitmangel für das umfangreiche Training auch zahlreiche Infekte mehrfach zum Pausieren zwangen. So standen am Ende der Woche nicht selten lediglich 4 bis 8 Stunden zu Buche. In starken Wochen brachte er es auf 15 Stunden und hofft dabei, das mangelnde Training mit der Grundlage aus den letzten Jahren kompensieren zu können.

Als vierte SSV’lerin startet Petra Faber als Schwimmerin in der Staffel „Physionea“ zusammen mit Rüdiger Pipp und Bertram Pipp. Nach ihrer Zielzeit befragt, gibt sie die vorsichtige Prognose von 1:10 Std. an, jedoch dürfte der Schwimmtrainerin der SSV-Leistungsgruppe bei ihrem Freiwasserdebüt eine Zeit unter einer Stunde zuzutraunen zu sein.

Alfred_Schlund.jpg
Susi_auf_Ueberholspur.JPG
Susi_beim_Marathon_1.JPG
Susi_beim_Marathon_2.JPG
Susi_gut_gelaunt_auf_dem_Rad.JPG

 

Zettl und Schlund trotzen der Hitze mit Spitzenleistungen

Die Möglichkeit, am vergangenen Sonntag beim Quelle Challenge in Roth über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen zu starten, ließen sich auch dieses Jahr vier Starter des SSV Forchheim nicht nehmen.

Eine Spitzenleistung beim Sieg von Joanna Lawn (9:01 Std.) gelang dabei Susi Zettl vom Team Erdinger Alkoholfrei, die sich im starken Damenfeld als drittbeste deutsche Starterin den 10.Platz sichern konnte. Schon im Schwimmen deutete sich an, dass es ein guter Tag für sie werden sollte. Zwar konnte sie außer auf dem ersten Kilometer nicht im kraftsparenden Wasserschatten einer Gruppe schwimmen, jedoch war ihr das angesichts der Enge und Keilerei im Wasser ganz recht. So fühlte sie sich während des gesamten Schwimmens relativ locker und konnte schon nach 57:58 Min. dem Europakanal entsteigen. Nach einem guten ersten Wechsel ging es dann auf die zwei Radrunden durch das Rother Umland. Gleich zu Beginn machte Zettl mächtig Druck und konnte so einige ihrer Konkurrentinnen, die im Schwimmen vor ihr waren, relativ schnell überholen. Ohne irgendwelche Hänger brachte sie die 180 km auf ihrem Velo hinter sich. Auf der zweiten Radrunde wurde es ob des aufkommenden Windes wesentlich härter, sodass sie dadurch ca. 10 Minuten langsamer war als auf ihrer ersten Runde. Beschäftigt war sie auf der zweiten Runde eigentlich nur mit einem: die mittlerweile auf der Radstrecke befindlichen Radfahrer der Staffeln zu überholen. Nachdem sie die zweite Disziplin größtenteils ohne Konkurrentinnen um sich herum bestritt, fand sich kurz vor dem zweiten Wechsel doch noch eine vierköpfige Damengruppe zusammen, die zusammen in die zweite Wechselzone einbugen. Nach 5:18:05 Std. auf dem Rad lag Susi Zettl auf dem aussichtsreichen 9. Platz. Mit guten Beinen ging es dann auf die abschließenden 42,195 km per pedes. Obwohl sie die Marathonstrecke zügig in Angriff nahm, musste sie gleich zu Beginn zwei Triathletinnen ziehen lassen und fand sich so lange Zeit auf dem elften Platz liegend wieder. Einen ersten kleinen Hänger hatte sie dann zwischen Kilometer 15 und 20, der sich aber nach ausreichender Verpflegung schnell beheben ließ. Nachdem sie dann auch die nächsten 10 km konstant hinter sich brachte, gelang es ihr auf Ute Mückel, die mittlerweile zum 14. Mal in Roth am Start war, erst aufzulaufen und diese dann regelrecht stehen zu lassen. Richtig hart wurde es für sie zwischen Kilometer 35 und 38, wo sie sich richtig quälen musste und knallhart zu spüren bekam, was es bedeutet, einen Langdistanztriathlon unter 10 Stunden absolvieren zu wollen. Den „inneren Schweinehund“ besiegend absolvierte sie die Laufstrecke in 3:29:28 Std. In der Addition aller Disziplinen sowie der beiden Wechsel bedeutete das eine Endzeit von sensationellen 9:49:13 Std., was einer 13-minütigen Verbesserung zum Vorjahr entspricht. Noch während des Wettkampfes hatte sie sich geschworen, sich nie wieder solchen Qualen auszusetzen, jedoch sprach sie nach dem Glücksgefühl der erreichten Zeit schon wieder von der nach wie vor bestehenden Faszination und dem Willen, ihr noch vorhandenes Potential weiter auszuschöpfen.

Auf eine sehr schlechte Vorbereitungswoche blickte Alfred Schlund zurück. Nach einer eingefangenen Erkältung wusste er am Vortag des Wettkampfes noch immer nicht, ob er an den Start gehen könne. Nachdem er sich dann jedoch am Wettkampfmorgen deutlich besser fühlte und ob der Tatsache, dass er sein umfangreiches Vorbereitungsprogramm nicht umsonst hinter sich gebracht haben wollte, stieg er dann doch in das Kanalwasser. Von Anfang bis zum Ende der 3,8 km fühlte er sich dabei jedoch ziemlich schlecht und fand nie seinen Rhythmus. Umso erstaunlicher war es dann für ihn, als er schon nach 1:15:20 Std. die Auftaktdisziplin hinter sich bringen konnte. Auch auf der ersten der beiden Radrunden mochte es noch nicht viel besser für ihn laufen. Als er nach ca. 30 km, tief auf seinem Aerolenker liegend auch noch zu nah auf einen vor ihm fahrenden Konkurrenten auffuhr und dafür eine 8-minütige Zeitstrafe kassierte, verabschiedete er sich schon zu diesem Zeitpunkt von jeglichen Zeitzielen und wollte nur noch finishen. Trotz stärker aufkommendem Wind lief es dann in der zweiten Radrunde für ihn wesentlich besser, so dass er nach 5:29:48 Std. in die zweite Wechselzone einfahren konnte. Nachdem er dann seine Zeitstrafe abgesessen und sich dabei verpflegt hatte, ging es für ihn auf die Marathonstrecke entlang der Kanalwege. Bei inzwischen 30°C gelang es ihm, die Laufstrecke ohne Gehpausen und in einem relativ konstantem Tempo durchzustehen, so dass er nach einem 4:04:56 Std.-Marathon eine nicht mehr für möglich gehaltene Endzeit von 11:03:16 realisieren konnte, die ihm den 13. Platz in der M 50 einbrachte.

Mit sehr geringem Training und dadurch einem ungewissen Gefühl ging Markus Herfurth an den Start. Beim Schwimmen blieb er mit 1:16 Std. etwas hinter seinen Erwartungen zurück. Auf dem Rad kam neben den fehlenden Trainingskilometern noch der relativ starke Wind hinzu, was ihm ziemlich zu schaffen machte, so dass er nach 6:17 Std. zur Abschlussdisziplin wechseln konnte. In der Hitze des Marathons musste er dann immer wieder Gehpausen einlegen, verschwendete aber nie einen Gedanken ans Aufgeben und finishte nach einem Sechs-Stunden-Marathon nach 13:43 Std. Seinen Start für nächstes Jahr hat er bereits angekündigt, dann jedoch will er wieder wesentlich besser vorbereitet an die Startlinie gehen.

In einer Staffel wagte sich Petra Faber als Schwimmerin an den Start. Nachdem sie in der Hektik des Startgeschehens nicht rechtzeitig zum Startschuss ihrer Gruppe im Wasser war, konnte sie dennoch mit 1:03 Std. eine für sie mehr als zufrieden stellende Zeit erzielen, was vor allem daran lag, dass das Schwimmen im offenen Gewässer sich weit weniger kompliziert gestaltete als sie zuvor befürchtet hatte.