Sensationelle Leistung von Susi Zettl beim Quelle Challenge Roth

SSV-Athletin erreicht sechsten Platz auf der Langdistanz

Wie bereits angekündigt, stellte sich Susi Zettl am 4. Juli beim Quelle Challenge in Roth zum ersten Mal der Herausforderung über 3,8 km Schwimmen im Europakanal, 180 km Radfahren auf zwei Runden, sowie einem abschließenden Marathon entlang der Rother Kanalwege und Brücken. Bereits um 6:30 Uhr erfolgte für sie in der ersten Startgruppe mit den besten 50 Männern sowie den 170 Frauen der Startschuss.

Eher bescheiden hinsichtlich ihrer eigenen Einschätzung der Schwimmstärke verhielt sie sich beim Einfinden an der Startlinie im Kanal, wo sie sich lieber etwas weiter hinten postierte. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass sie während der gesamten Auftaktdisziplin nur mit Überholen beschäftigt war. Lediglich auf den letzten 500 Metern konnte sie sich der Hilfe eines vor ihr schwimmenden Athleten und dessen Wasserschatten bedienen. Als die Uhr beim Schwimmausstieg nicht für möglich gehaltene 58:38 Minuten anzeigte, sollte sie jedoch noch nicht ahnen, was sie an diesem Tage noch vollbringen würde. Nachdem sie als 12. Frau aus dem Wasser stieg, zeigte sie, dass sie auch die oft unterschätzte vierte Disziplin im Triathlon beherrscht. Lediglich 2:24 Minuten vergingen zwischen dem ersten Landkontakt und der ersten Pedalumdrehung.

Richtig gute Bedingungen herrschten auf der Radstrecke, so dass sie von Beginn an richtig aufs Tempo drücken konnte, sich aber während der gesamten 180 km und knapp 1300 Höhenmetern immer gut fühlte, was wohl auch daran lag, dass sie sich entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit, stets gut verpflegte. Etwas unheimlich wurde ihr das ganze Unterfangen, als sie nach 70 km zum ersten Mal den berüchtigten Solarer Berg mit 5000 Zuschauern hochfuhr. Dafür sorgte jedoch nicht das Gänsehaut-Feeling, sondern die Information von ihrem vierminütigen Rückstand auf die Vorjahressiegerin Nicole Leder. Diesen Abstand sollte sie nach einer ebenso konstanten zweiten Runde auch bis zum Laufwechsel halten. Nach einem hervorragenden zweiten Split mit 5:27:52 Std. fand sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits unter den ersten zehn Frauen wieder.

Nach einem Blitzwechsel in 1:25 Minuten ging es dann per pedes auf die endlos langen Wege entlang des Kanals. Zugute kam ihr der leicht abfallende Beginn anfangs der Laufstrecke, bei dem sie sofort ihren Rhythmus fand und ob ihrer immer noch guten Beine selbst überrascht war. Während so manch andere Athletinnen beim Marathon die Puste ausging, drehte Susi Zettl förmlich auf. Selbst auf den einsamen langen Passagen bekam sie keinerlei Probleme, so dass sie auf den Mann mit dem Hammer an diesem Tage vergeblich wartete. Bis auf zwei Verpflegungsstellen gönnte sie sich nicht einmal eine Gehpause, um ihren Energienachschub sicherzustellen. Während sie nach gut 30 Laufkilometern schon bis auf Rang sieben vorgelaufen war und dabei auch eine Heike Funk, die vor zwei Jahren noch auf dem Podium stand, regelrecht stehen ließ, machten sich erst nach 33 km erste Verhärtungen bemerkbar. Doch auch dies sollte sie auf ihrem Weg ins Ziel nicht behindern. Mit einem Endspurt auf den letzten Metern schob sie sich sogar noch auf den sechsten Platz vor und finishte nach 3:32:10 Std. auf der Laufstrecke in der überragenden Zeit von 10:02:31 Std. als sechstschnellste Frau. Tags darauf fand sie sich nach einem perfekten Rennen bei der Siegerehrung nur unweit von den ersten drei der Weltspitze angehörenden Athletinnen Belinda Granger, Nicole Leder und Ute Mückel wider, was für sie eine ziemlich ungewohnte und zugleich immer noch unbegreifliche Erfahrung ist.

Bereits zum dritten Mal stellte sich Markus Herfurth der Herausforderung in Roth und nahm damit wieder an der Wertung zur Weltmeisterschaft der Feuerwehrleute teil. Nach seinem Trainerwechsel im Vorfeld liebäugelte er mit einer Zeit unter 12 Stunden und damit einer 20-minütigen Verbesserung zum Vorjahr. Nicht so gut begann der Wettkampf jedoch im Wasser, da er ziemliche Probleme mit seinem Zeitchip hatte und sogar ein Begleitboot konsultieren musste, da dieser zu locker am Bein befestigt war. So blieb er mit seiner Zeit von 1:12:54 Std. etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück. Nach 4:49 Minuten für den ersten Wechsel begab er sich auf den zweiten und längsten Abschnitt des Tages. Einen Beweis seiner stark verbesserten Radform spiegelt die Radzeit von 5:46:47 Std. wider. Damit war er auf seiner Rennmaschine um sage und schreibe 25 Minuten schneller unterwegs als noch vor einem Jahr an selbiger Stelle. Nach 3:50 Minuten für den zweiten Wechsel begann der für ihn härteste Teil. Angesichts der Tatsache, dass er auf dem gesamten letzten Abschnitt keinen geeigneten Zugläufer fand, hatte er etwas Probleme, das für ihn beste Renntempo zu finden. Nach 5:00:01 Std. zu Fuß überquerte er mit einer zwölfminütigen Verbesserung nach 12:08:24 Std. als 1184. und 241. der TM 30 die herbeigesehnte Ziellinie.

Die Möglichkeit in einer Staffel die einzigartige Atmosphäre zu spüren nahmen über 500 Teams wahr. Als 70. Staffel erreichten "Die Heroldsbacher" in 9:44:30 Std. das Ziel. Zum Auftakt durchpflügte Stefan Obenauf knapp zwei Stunden nach dem ersten Startschuss in einer der beiden Staffelgruppen den Kanal. Fast auf die Sekunde genau kam er nach 1:20:07 Std. in seiner anvisierten Zeit aus dem Wasser und übergab den Zeitchip auf seinen Radfahrer Christian Seeberger. Dieser lag nach der Hälfte der Radstrecke mit 2:24 Std. noch weit unter seiner geplanten Zeit von 5 Stunden. Allerdings fiel kurz danach sein Tacho aus, so dass er sich auf sein eigenes Tempogefühl verlassen musste, zumal er auf den kompletten 180 Radkilometern nur mit dem Überholen der anderen Staffelradfahrer beschäftigt war. Erschwert wurde das ganze Unterfangen dadurch, dass auf der zweiten Radrunde der Großteil der Zuschauer bereits auf die Laufstrecke abgewandert war und immer mehr Wind aufkam. Trotz dieser Umstände übergab er nach 5:00:37 Stunden auf seinen Läufer Stefan Rascher, der bis km 35 voll auf Kurs in Richtung Zielzeit 3:15 Std. lag. Einen Strich durch die Rechnung machten ihm dann jedoch mehrere Krämpfe, die ihn zu Gehpausen zwangen. Nach 3:21:57 Std. lief er mit seinen beiden Staffelpartnern im Challenge-Park über die Ziellinie.

Als Radfahrer in einer Staffel vertreten war auch der letztjährige Ironman Alfred Schlund. Mit neuem Material und voll am Limit fahrend bewältigte er die 180 km dieses Jahr um fast 20 Minuten schneller als im Vorjahr und übergab bereits nach 5:15:16 Std. seinen Zeitchip.