Quelle Challenge Roth 2009
Herfurth mit vorbildlichem Einsatz
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Ein wahres Jahrhundertrennen erlebten die Zuschauermassen bei idealen äußeren Bedingungen am vergangenen Sonntag beim Challenge Roth über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen, bei dem nicht nur reihenweise persönliche Bestzeiten, sondern auch ein neuer Weltrekord im Frauenrennen erzielt wurde.
Als schnellster Forchheimer brachte der Vorjahres-14. Bernd Hagen den Dreikampf hinter sich. Wie gewohnt konnte er das hohe Anfangstempo der Spitzenleute in der ersten Startgruppe nicht mitschwimmen, so dass er ziemlich schnell auf sich allein gestellt war und den kräftesparenden Wasserschatten der Vorderleute nicht ausnutzen konnte, während einige Mitstreiter wiederum zu langsam für ihn waren. Der Vorteil war jedoch, dass er somit keine Probleme mit Geprügel im Wasser hatte, so dass er mit 53:50 Min. trotzdem voll im Soll war. Auf dem Rad lief es zu Beginn nahezu perfekt. Auf der ersten der beiden Radrunden konnte er schnell den Anschluss an eine ca. 10 Athleten umfassende Verfolgergruppe herstellen, so dass ihm diesmal die Tempoarbeit etwas abgenommen wurde. Zu Beginn der zweiten Runde verließ ihn jedoch sein Raddruck, vor allem an den Steigungen hatte er große Probleme. Bei km 120 am steilsten Berg in Greding musste er sogar kurz absteigen, um seine Beine etwas zu lockern. Dort kamen zum ersten Mal Gedanken an Aufgeben auf, die Gedanken an das noch Bevorstehende machten die Sache nicht gerade leichter. Trotzdem raffte er sich wieder auf und hoffte darauf, noch einen anständigen Marathon laufen zu können. Nach 4:53 Stunden auf dem Rad kam er mit 15 Minuten Rückstand auf seinen Zeitplan zum zweiten Wechsel. Doch auch beim Laufen wurde ihm schnell klar, dass er seinen angepeilten 2:50-Std.-Marathon nicht laufen könne, zu viel Kraft hatte ihm vorher das Radfahren gekostet. Als er dann endlich einige Athleten wieder passieren konnte, war zumindest die Motivation, den Wettkampf bestmöglichst zu Ende zu bringen, wieder zurückgekehrt. Das konnte er dann mit einem trotz alledem sehr guten Marathon von 2:59:45 Std. und 8:50:15 Std. Gesamtzeit als 45. auch realisieren. Im Ziel war er angesichts seiner verfehlten erhofften Zeit und Platzierung zwar einerseits enttäuscht, aber auch sehr froh, den Wettkampf so ordentlich zu Ende gebracht zu haben. Die Ursache war schnell gefunden, als er bereits im Ziel zu Protokoll gab, dass aus beruflichen Gründen zu wenig lange, harte Radeinheiten möglich waren. Angriffslustig zeigte er sich schon wieder hinsichtlich seines anstehenden Ironmanstarts im November in Florida, den er dann besser vorbereitet angehen will.
Für Stefan Obenauf lief das Schwimmen trotz nur geringer Vorbereitung ideal. Ständig im Wasserschatten anderer Athleten schwimmend, konnte er bereits nach 1:19 Std. den Rother Kanal entsteigen. Mit neuem Rad und extra für den Wettkampf von Fahrrad Dresel zur Verfügung gestellten, aerodynamischen Laufrädern ging er die beiden Radrunden durch den Rother Landkreis an. Auch dort konnte er ohne einen einzigen Hänger die zweite Disziplin bereits nach 5:26 Std. in neuer Bestzeit hinter sich bringen. Wohl etwas zu euphorisch ging er dann den Marathonlauf an, zumal er bereits zu Beginn der Laufstrecke am Streckenrand von seiner Familie, die ihn schon während der Vorbereitung fantastisch unterstützt hatte, nach vorne gepeitscht wurde. So lag er auf den ersten 10 km sogar auf Kurs eines 3-Stunden-Marathons, was sich trotz alledem noch locker für ihn anfühlte. Bei km 23 bekam er dann jedoch Probleme mit Krämpfen und auch Durchfallprobleme machten ihm zu schaffen, so dass er danach keine Getränke mehr zu sich nehmen konnte. Ab km 28 konnte er auch diese Phase überstehen und den Marathon (3:52 Std.) zu Ende laufen. Nach 10:43:44 Std. wurde der Familienvater dann mehr als zufrieden von seiner Familie im Ziel empfangen.
Mehr als ungewiss ob der bevorstehenden Anstrengungen absolvierte Carsten Wink seinen ersten Langdistanztriathlon. Das Schwimmen lief auch für ihn sehr gut, da er zwar etwas Geprügel im Wasser erlebte, aber dafür auch eine schnelle Gruppe erwischte, mit der er Schwimmen konnte und somit bereits nach 1:14:03 Std. wieder aus dem Wasser kam. Mit bedachtem Anfangstempo und sich gut verpflegend ging er dann den Radpart an, Gänsehaut pur war für ihn am Solarer Berg durch die Zuschauermassen nach 75 km angesagt. Nach der ersten Runde stand ein Schnitt von 30 km/h am Tacho, doch nach 100 km verließen ihn die Kräfte, die zweite Runde wurde zur Qual, auch Krämpfe erschwerten ihm den welligen Radkurs, so dass er sein Tempo deutlich verlangsamen musste. Nach 6:41:35 Std. für das Radfahren ging es für ihn zum abschließenden Lauf. Die ersten 10 km liefen hier wieder sehr gut für ihn, bei km 14 kamen jedoch erneut Krämpfe auf, so dass er mehr kämpfen musste als ihm lieb war. Mit einer enormen Willensleistung legte er den Rest des Marathons (5:42 Std.) zurück, so dass er ziemlich stolz noch bei Tageslicht und 13:51 Std. Wettkampfdauer überglücklich das Ziel erreichen konnte.
Seinen siebten Start ging Markus Herfurth im Vergleich zum Vorjahr stark verbessert an. Bereits das Schwimmen lief relativ angenehm, lediglich auf den letzten 800m wurde es nochmals turbulent, als ein ständiges Gedränge durch andere Teilnehmer herrschte. Nach 1:18:48 Std. war für ihn der erste Teil beendet. Auf dem Rad peilte er einen Schnitt von 30 km/h an, jedoch fiel sein Tacho von Beginn an mit einer Funktionsstörung aus. Einen leichten Vorsprung erarbeitete er sich hierbei auf der ersten Runde, die er 12 Minuten schneller als die zweite Runde absolvieren konnte. Mit einer Gesamtradzeit von 6:22 Std. war er sage und schreibe 28 Minuten schneller als noch im Vorjahr. Mit gutem Gefühl ging es für ihn auf die Laufstrecke. Zwar konnte er den Marathon, außer an den Verpflegungsstationen komplett durchlaufen, jedoch war das Lauftempo etwas geringer als angepeilt, so dass er noch etliche Kontrahenten ziehen lassen musste. Richtig aufregend wurde es dann 5 km vor dem Ziel für ihn, als ein Läufer vor ihm kollabierte. In vorbildlichster Weise leistete er die Erstversorgung und kümmerte sich um die weitere Behandlung. Erst danach, was ihm ca. 7 Minuten kostete, ging es für ihn mit jeder Menge Adrenalin weiter. Nach 6:01:55 Std. per pedes und 13:52:54 passierte auch er die Ziellinie. Auch wenn er sich etwas mehr ausgerechnet hatte, stand im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung von 45 Minuten zu Buche.
Gleich beim ersten Start unter 10 Stunden schaffte es die Staffel „Brehm Titan Runners“ um Michael Reinlein als Schwimmer (1:15:24 Std.). Trotz Magenproblemen konnte Reinlein eine sehr ordentliche Zeit im Wasser erzielen. Zusammen mit seinen Staffelpartnern Paul Linzmayer (5:40:38) und Oliver Brehm (2:50:16) erreichte er als 70. Männerstaffel das Ziel.
Kurzfristig als Schwimmer sprang Frank Müller als Staffelstarter ein, wo er mit 52:40 Minuten seine Bestzeit auf 3,8 km knapp unterbieten konnte.
Ergebnisse:
45. 12.M35 HAGEN, Bernd (53:50/4:53:07/2:59:45 – Gesamt: 08:50:15)
782., 209. M35 OBENAUF, Stefan (1:19:22/5:26:52/3:52:18 – Gesamt: 10:43:44)
1984., 489. M40 WINK, Carsten (1:14:03/6:41:35/5:42:36 – Gesamt: 13:51:00)
1989., 340. M30 HERFURTH, Markus (1:18:48/6:22:42/6:01:55 – Gesamt: 13:52:54)
Vorbericht: Forchheimer wollen Roth erobern
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Am Sonntag ab 6:20 Uhr fällt traditionell der Startschuss der ersten Startgruppe des „good old race“, dem Quelle Challenge Roth über die Triathlon-Langdistanz (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen). Mit dabei sind auch vier Forchheimer Einzelstarter sowie eine Staffel mit teils ganz verschiedenen Zielsetzungen.
Bernd Hagen, Startnummer 14, Startgruppe 1 (6:20 Uhr)
Bereits ein alter Hase auf der Strecke in Roth ist der Forchheimer Topstarter und Vorjahres-14. Bernd Hagen. Seine Bestzeit hat er fast logischerweise in Roth im Jahr 2007 (8:39 Std.) aufgestellt, die er dieses Jahr gerne unter die Schallmauer von achteinhalb Stunden drücken möchte, wodurch er mit einer Top-Ten-Platzierung liebäugelt. Trainiert hat er dafür ähnlich viel wie in den Vorjahren. Dass er gut in Form ist, zeigen nicht zuletzt seine Resultate in den Vorbereitungswettkämpfen mit Siegen bei den Triathlons in Kulmbach und Forchheim sowie beim Duathlon in Sulzbach. Großen Respekt hat Hagen neben dem Schwimmstart und der zweiten Radrunde, auf der er bisher meistens etwas Zeit verlor, vor allem vor den letzten 10 km beim Laufen. Auch dieses Jahr musste der voll berufstätige Werkzeugmachermeister, der auch Inhaber der Triathlon-Profilizenz ist, den Spagat zwischen Arbeit und Training hinter sich bringen.
Stefan Obenauf, Startnummer 979, Startgruppe 4 (7:05 Uhr)
Der 38-jährige Maler geht nach 2007 (10:41 Std.) das zweite Mal in Roth an den Start und würde dabei gerne erneut die 11-Stunden-Marke unterbieten. Seit Oktober hat sich der Familienvater darauf vorbereitet und hofft neben gutem Wetter vor allem darauf, gut durchzukommen. Dabei dürfte der Wettkampf für ihn als Aufholjagd ablaufen, da der mäßige Schwimmer (geplant 1:20 Std.) im Normalfall am Rad (geplant 5:30 Std.) und vor allem bei seiner stärksten Disziplin Laufen (geplant 3:30 Std.) etliche Plätze gut machen sollte. Er selbst schätzt sich in Bestform ein, wodurch er sich noch mehr auf die gute Stimmung an der Strecke freut.
Markus Herfurth, Startnummer 1498, Startgruppe 6 (7:15 Uhr)
Der 33-jährige Brandmeister und Rettungsassistent geht bereits zum siebten Mal in Roth an den Start. Auch er möchte seine Bestzeit aus dem Jahr 2005 (12:08 Std.) wenn möglich auf unter 12 Stunden verbessern. Trainiert hat er dafür seit Januar 2009 vor allem auf dem Rad (4.600km) so viel wie noch nie, was nicht zuletzt die Konsequenz aus einem zweiwöchigen Trainingslager auf Lanzarote sowie zweieinhalb Wochen in Kroatien ist. Zusätzlich hat er sich mit einem neuen Zeitfahrrad ausgerüstet. Somit sollte nur noch das Wetter mitspielen, was er sich nach dem Regenrennen im letzten Jahr sehnlichst wünscht.
Carsten Wink, Startnummer 2783, Startgruppe 10 (7:35 Uhr)
Das Projekt in einem Jahr zum Ironman geht der 43-jährige Diplomingenieur an. Zwar hat er mit kleineren Sprinttriathons bereits seit 2007 mit Triathlon begonnen, jedoch startete er mit der ernsthaften Ironman-Vorbereitung erst im September 2008, damals mit 5-6 Std. wöchentlichem Training. Sein Trainingspensum hat er seitdem Schritt für Schritt erhöht, so dass er im Mai bereits Trainingswochen mit 20 Stunden auf dem Programm stehen hatte. Immerhin kamen so bereits 170 km im Wasser, 4.200 km auf dem Rad und 900 km per pedes zusammen. Da er beruflich viel unterwegs ist, tragen zu diesen Summen auch etliche Kilometer auf Laufbändern und Heimtrainern in diversen Hotels bei, was letztlich zeigt, wie konsequent er sich auf das Highlight vorbereitet hat. Zu schätzen weiß er daher auch die Unterstützung seiner Frau Alexandra sowie die wertvollen Tipps seiner Vereinskameraden vom SSV Forchheim. Am meisten Respekt hat er am Sonntag vor dem abschließenden Marathon, weswegen Zeitvorgaben ihm auch relativ schwer fallen, wobei er schon von einem Finish bei Tageslicht träumt.
BREHM-Titan-Runners, Startnummer 3035, Startgruppe 11 (8:35 Uhr)
Als Schwimmer in der Staffel geht der der 37-jährige kaufmännische Vertriebsangestellte Michael Reinlein an den Start. Zwar fährt er bereits seit 5 Jahren Rad und ist noch viel länger begeisterter Triathlon- und vor allem Roth-Fan, mit dem Schwimmen jedoch hat er erst Ende September 2008 begonnen. Michael Reinlein startet für das Firmenteam der Peter Brehm GmbH in Weisendorf. Seine Staffelpartner, ebenfalls Firmenkollegen, sind der Einkaufsleiter Paul Linzmayer (Rad, Zielzeit 5:45 Std.) und Geschäftsführer Oliver Brehm (Lauf, Zielzeit 2:50 Std.). Die sportbegeisterte Firmenleitung steht voll hinter dem Vorhaben "Callenge Roth" und unterstützt die Staffel in allen Belangen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Reinlein seit Trainingsbeginn bereits auf 430 km im Wasser zurückblicken kann. Ein bisschen Bammel hat er vor dem Schwimmen im offenen Gewässer im Kanal, hofft das aber in 1:20 Std. hinter sich bringen zu können, um mit seinen Staffelpartnern wenn möglich unter 10 Stunden über die Ziellinie laufen zu können.