Drei Triathleten mit drei Bestzeiten in München
Unter 5.776 Männern und 1.388 Frauen, die bei optimalen äußeren Bedingungen die Ziellinie des München-Marathons überquerten, befanden sich mit Matthias Schlurick, Stefan Obenauf und Susanne Zettl drei Athleten, die man in Forchheim eigentlich aus der Triathlonszene kennt.
Nach einer intensiven zehnwöchigen Vorbereitung, bei der er mit Rat und Tat durch den Hawaii-Finisher Stefan Leis unterstützt wurde, ging Matthias Schlurick an den Start. Abgesehen von einem leichten Magen-, Darmvirus zwei Wochen zuvor, konnte er somit auf die bisher wohl beste Marathonvorbereitung zurückblicken und war optimistisch, seine bisherige Bestzeit von 2:58 Std. im Optimalfall um knapp zehn Minuten unterbieten zu können. Mit diesem Ziel im Hinterkopf lief er bis Kilometer 30 beinahe konstant vier Minuten pro Kilometer und befand sich bis dahin voll auf Kurs von 2:50 Stunden. Als dann die Beine schwer wurden, konnte er diesen Schnitt auch die weiteren vier Kilometer zwar annähernd halten, fand sich dann aber zum ersten Mal in einem energetischem Loch wider und musste sein Tempo verringern. Erst die Verpflegung mit einem zuckerhaltigen Getränk bei Kilometer 35 half ihm wieder, sein angepeiltes Tempo einzuschlagen, ehe er knapp 2 km später erneut Probleme bekam. Als ihm an der Verpflegung bei Kilometer 40 weder Cola noch Red Bull angeboten wurde, musste er auf den letzten beiden Kilometern noch einmal alle Reserven aufbieten und finishte nach 2:55:56 Std. als 282. (73. M35) mit neuer Bestzeit.
Nur fünf Wochen nach dem Fränkische-Schweiz-Marathon bestritt Stefan Obenauf seinen nächsten Marathon und wollte dabei erstmals die magische Drei-Stunden-Marke unterbieten. Ob ihm das gelingen würde war angesichts der Tatsache, dass er aus zeitlichen Gründen nur wenig trainieren konnte, eher ungewiss. Ohne Uhr angetreten orientierte er sich immer am Zugläufer für die Drei-Stunden-Marke, der knapp vor ihm über die Startlinie ging. Mit einem konstanten Lauf, bei dem er erst bei Kilometer 38 leichte Probleme bekam, konnte er mit 2:59:56 Std. (418./103. M35) zum ersten Mal die Schallmauer durchbrechen, was er insbesondere auf den letzten Kilometern seinem Bruder zu verdanken hatte, der ihm auf dem Rad bis ins Ziel noch einmal anpeitschte. Die neue Bestzeit veranlasste ihn noch am selben Tag, sich für den Triathlon-Langdistanzklassiker in Roth anzumelden, wo mit der 11-Stunden-Marke die nächste Schallmauer fallen soll.
Bereits ihren vierten Marathon in diesem Jahr nach Antalya, Stockholm und der Triathlonlangdistanz beim Quelle Challenge Roth bestritt Susanne Zettl. Zwar erfolgte die Anmeldung eher spontan, nichtsdestotrotz sollte auch bei ihr die Drei-Stunden-Marke diesmal fallen. Von Anfang an lief sie somit in ihrem angepeilten Schnitt von 4:15 Minuten pro Kilometer und hielt diesen bis ins Ziel durch. Dass sie dabei selbst am Ende der langen Distanz keine Probleme bekam, spricht für ihre kluge Renneinteilung. Mit der Spitzenzeit von 2:58:53 Std. konnte sie sich als 18. Frau des gesamten Feldes über den Vizerang in der Altersklasse W25 freuen. Während wohl jeder andere Athlet erst einmal eine lange Regenerationszeit von solch einem Lauf benötigt, traf man Susanne Zettl bereits zwei Tage danach wieder beim Lauftraining der Triathlongruppe an, schließlich steht für sie Anfang November noch der New York- Marathon auf dem Programm.