Ironman Frankfurt 2009
Forchheimer Eisenmänner beweisen Kämpferherz
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2.304 Athleten schafften es am Sonntag beim Ironman Germany in Frankfurt über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und einem abschließenden Marathon das Ziel zu erreichen, unter ihnen auch die drei Starter des SSV Forchheim. Erschwert wurde die Tortour durch die äußeren Bedingungen. Nicht nur, dass im 25°C warmen Langener Waldsee das Schwimmen mit Neoprenanzügen schon am frühen Morgen eher für Erhitzung als Abkühlung sorgte, machte die Außentemperatur von 30°C im Schatten das Unterfangen nicht gerade leichter.
Bestens zurecht kam damit Florian Loos. Wie berichtet startete er in der zweiten Startgruppe um 7:00 Uhr. Bereits vor dem Start herrschte in der ersten Startreihe am Rand des Langener Waldsees, wo sich Loos als starker Schwimmer postierte, großes Gedränge. So war er ziemlich froh, als endlich der Startschuss fiel. Um sich möglichst schnell dem Geprügel der Masse zu entledigen, schwamm er die ersten 200m in hohem Tempo an, zu seiner Verwunderung war zu diesem Zeitpunkt nur noch das Führungskajak vor ihm, das restliche Feld mit über 2000 Startern jedoch hinter ihm. Das ging bis ca. 900m so weiter, ehe ihn eine Gruppe von 15 Schwimmern überholte, deren Tempo er dann nicht mehr ganz folgen konnte. Auch er klagte, wie viele Athleten, im Nachhinein über die Hitze im Neoprenanzug. Mit 51:40 Minuten konnte er trotz des leichten Einbruches die 33.-schnellste Schwimmzeit im gesamten Feld (incl. Profis) realisieren und aufs Rad wechseln. Die ersten 10 km auf dem Rad vom Langener Waldsee in die Frankfurter Innenstadt ging er bewusst gemäßigt an und nutzte die Zeit, um sich erst einmal gut zu verpflegen. Zu Beginn des Radfahrens war er auch relativ alleine, erst gegen Ende der ersten von zwei Radrunden fand er einige Mitstreiter, die in etwa sein Tempo fuhren. Etwas zu seiner eigenen Verwunderung lief es bis zum zweiten Wechsel reibungslos ohne größere Durchhänger ab. Nach zwei beinahe konstanten Radrunden hatte er nach 4:51:21 Std. das Radfahren voll im Soll seiner angepeilten Zeit hinter sich gebracht. Dann wurde es etwas hektisch, da er seinen Beutel mit den Laufsachen nicht gleich bekam. Zusammen mit der 15 Minuten vor ihm gestarteten und späteren drittplatzierten Frau, Nicole Leder ging er auf die Laufstrecke, was er im Nachhinein als seinen größten Fehler an diesem Tag befand. Denn anstatt die starke Läuferin (sie lief den Marathon noch in 3:02 Std.) ziehen zu lassen und sein eigenes Tempo zu laufen, lief Loos die ersten 7 km direkt vor ihr, was er dann ziemlich büßte, denn bereits ab km 15 wurden seine Beine ziemlich schwer. Angetrieben von der riesigen Stimmung an der Strecke fing er sich aber und lief dann in einem etwas reduzierten Tempo einen relativ konstanten Marathon in 3:36:08 Std. zu Ende. Richtig begeistert lief er dann nach 9:24:11 Std. am Frankfurter Römer als Gesamt-79. und 15. der Altersklasse M30 ein. Obwohl er bei 14 Hawaii-Plätzen in seiner Altersklasse bei nur einem Verzicht eines vor ihm liegenden Athletens in seiner Altersklasse nach Hawaii gedurft hätte, verzichtete er auf die Annahme der Qualifikation, da sich seine beiden Vereinskameraden leider nicht qualifizieren konnte. Nun ist er froh, sich endlich Ironman nennen zu können und bei seinem Debüt solch einen schönen Wettkampf hinter sich gebracht zu haben.
Unter der Hitze und Schwüle litt Christian Seeberger, dem diese Bedingungen nicht gerade auf den Leib geschneidert sind. In der ersten Startgruppe genoß er diesmal, dass beim Schwimmen angesichts der überschaubaren Gruppengröße von 300 Startern, vom üblichen Geprügel im Wasser wenig zu spüren war. So schwamm er auch immer relativ alleine, zwar immer im Umkreis anderer Athleten, aber Wasserschatten fand er letztlich keinen. Nach 58:47 Min. verließ er voll im Soll seiner Vorstellung den Langener Waldsee, um zu seiner Paradedisziplin zu wechseln, worauf er sich am meisten freute. Ein kleines Malheur passierte im nach 10 km als sich der rechte Armauflieger seines Zeitfahrlenkers ausgerechnet an diesem Tag lockern sollte. Zwar versuchte er immer wieder diesen auf den Bergabpassagen fest zu bekommen, jedoch war das Unterfangen nach der ersten Unebenheit wieder umsonst. Voll in seinem Tempo war er trotzdem bis km 80 unterwegs, so dass er an etlichen Mitstreitern vorbeifuhr und dann teilweise auch Mitstreiter für sein Tempo fand, an denen er sich orientieren konnte. Unerklärlich war ihm dann, warum er am Ende der ersten Runde trotz guter Beine seinen Druck nicht aufrecht erhalten konnte. Leider wurde das trotz hervorragender Radform auch in der zweiten Runde nicht mehr besser. Im Ziel gab er zu Protokoll, dass er sich einfach nur müde und kaputt gefühlt habe, ohne zu wissen, warum. So fuhr er auf der zweiten Runde über 10 Minuten langsamer und wechselte nach 4:57:56 Std. zwar immer noch mit einer guten Radzeit, aber weit hinter seinen Vorstellungen zum Laufen. Dort ging es ihm dann leider nicht besser, so dass er trotz guter Beine schon in der ersten von vier Laufrunden entlang des Mains die erste Gehpause einlegen musste und oft nur von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation joggen konnte. Den Marathon lief er dann in einem fast konstanten Tempo (3:43:55 Std.) und finishte nach 9:45:28 Std. als 182. und 27. in der Altersklasse M25. Zwar konnte er damit eine neue Bestzeit verbuchen, zunächst überwog aber die Enttäuschung bei ihm, seine Möglichkeiten nicht voll ausgeschöpft zu haben, auch wenn er den Wettkampf unter diesen Voraussetzungen mit großem Kämpferherz durchgezogen hat.
Für den ehemaligen Wasserballer Harald John begann das Schwimmen vielversprechend. Beim Start sich in zweiter Reihe einordnend, schaffte er es, sich relativ schnell einen freien Weg zur ersten Wendeboje zu erschwimmen. Doch auch für ihn war das Schwimmen mit Neoprenanzug viel zu warm, so dass er sogar versucht hat, während des Schwimmens durch den engen Kragen des Anzuges Wasser zur Kühlung hinein zu lassen. Die Erhitzung führte dann auch dazu, dass er sich zunehmend schlechter gefühlt hat und froh war, dem Waldsee zu entsteigen. Nach 59:38 Min. schaffte er das nur knapp hinter seiner Vorgabe sogar noch unter der magischen Stundenmarke. Auf dem Rad lief es für ihn zu Beginn voll nach Plan, jedoch merkte er am Ende der ersten Runde, dass mit seinem Hinterrad etwas nicht in Ordnung war. Nach dem letzten Anstieg in der ersten Runde hielt er dann schließlich an und musste feststellen, dass der Reifen stark Druck verloren hatte. Nicht gerade beruhigend wechselte er schließlich den Schlauch, kontrollierte schließlich den Mantel. Alles in allem verlor er dadurch 15 Minuten, was nicht gerade zu seiner Beruhigung beitrug. Die zweite Runde verlief dann wieder planmäßig, so dass nach 5:38:03 Std. der zweite Part für ihn beendet war. Mit Krampfansätzen, wohl in Folge der Hitze, ging er dann auf die Laufstrecke. Zwar besserte es sich nach einem Laufkilometer, so dass er zumindest einen Kilometerschnitt von 5:15 Minuten, wenn auch langsamer als geplant, laufen konnte. Bei km 8 bekam er dann abermals Probleme mit der Muskulatur. Immer kurz vor Krämpfen kämpfte er sich dann über die komplette Laufstrecke (4:07:43 Std.). Nach 10:55:02 Std. lief er am Römerberg als 738. und 189. der M40. Leider zeigte sich auch bei ihm, dass trotz akribischer Vorbereitung ein Ironman nicht planbar ist. Nach der ersten Enttäuschung war er aber dennoch froh, die gute Stimmung mitgenommen zu haben und trotz der Probleme den Wettkampf bis zum Ende durchgezogen zu haben.
Vorbericht: Drei Eisenmänner wollen vorne mitmischen
Wenn am beim Ironman Frankfurt kommenden Sonntag fast 3000 Starter bei 3,8 km Schwimmen den Langener Waldsee zum Brodeln bringen, auf den beiden Radrunden durch Frankfurt und die hessische Wetterau über 180 km fahren, um dann noch einen Marathon auf vier Laufrunden entlang des Maines zu absolvieren, haben die drei Forchheimer Athleten des SSV Forchheim Florian Loos, Christian Seeberger und Harald John ein besonderes Ziel. Sie wollen allesamt nicht nur den Zieleinlauf am Frankfurter Römer genießen, sondern bei der Vergabe um die begehrten Tickets für die Weltmeisterschaft auf Hawaii in den jeweiligen Altersklassen ein Wort mitreden. Starten werden sie allerdings nicht gemeinsam, denn um 6:45 Uhr fällt neben dem Feld der Profis auch der Startschuss für ein erlesenes Feld von 300 Amateuren, dem lediglich Christian Seeberger angehört, Harald John und Florian Loos nehmen den Langdistanztriathlon 15 Minuten später mit den restlichen Teilnehmern in Angriff.
Christian Seeberger, Startnummer 351, Start: 6:45 Uhr
Er geht bei seinem dritten Ironman nach 2006 bereits das zweite Mal in Frankfurt an den Start. Nachdem weder sein erster Start in Frankfurt (9:56 Std.) noch seine letztjährige Teilnahme in Roth (Wetterbedingte Aufgabe nach Unterkühlung) optimal verlaufen sind, hofft er dieses Jahr neben guten Bedingungen darauf, zeigen zu können, zu was er fähig ist. Dem Waldsee will er dabei nach spätestens einer Stunde entsteigen, was angesichts seiner aktuellen Schwimmform, die er etwas besser als in den Vorjahren einschätzt, durchaus machbar sein sollte. Der von Kurzarbeit betroffene 28-jährige Mechatronik-Ingenieur hat dieses Jahr auch bei seiner absoluten Paradedisziplin am Rad mit 7000 km seit Jahresbeginn noch einmal die Trainingsumfänge erhöht, was letztlich zu seiner besten Form geführt hat. Mit einem Schnitt von über 44 km/h in der Siegerstaffel beim Forchheimer Altstadtfesttriathlon konnte er das letztlich nochmals eindrucksvoll unter Beweis stellen. Trotzdem wäre er mit einer Zeit zwischen 4:40 Std. und 4:50 Std. auf dem Rad zufrieden, da er schließlich den Marathon noch in etwa 3:15 Std. laufen will. Ob er im Falle der angepeilten Gesamtzeit von 9:00 bis 9:15 Std., die durchaus für die Qualifikation reichen könnte, eines der sieben Hawaiitickets in seiner Altersklasse annehmen würde, will er dann jedoch erst spontan entscheiden.
Florian Loos, Startnummer 1884, Start: 7:oo Uhr
Für den Teamkapitän der 2.Bundesligamannschaft des Team Hofmann Personalleasing SSV Forchheim wird es die erste Teilnahme an einem Ironman sein. Trotzdem verfügt er durch seine langjährige Ausdauerdreikampfkarriere bereits über jede Menge Erfahrung, so dass auch ein Ironman für ihn nicht gänzliches Neuland sein wird. Mit durchschnittlich 12 bis 15 Stunden Training in der Woche blickt Loos auf eine sehr gelungene Vorbereitung zurück, so dass auch er sich gerne einen der 14 Hawaii-Slots in seiner Altersklasse schnappen würde. Geplant hat er das ganze mit 50 Minuten Schwimmen, 4:55 Std. auf dem Rad und einen Marathon in 3:30 Std. Neben der erfolgreichen Qualifikation (Zielzeit: 9:20 bis 9:50 Stunden) wünscht er sich vor allem einen Tag, an dem er das ganze neben den Qualen, vor allem genießen kann.
Harald John, Startnummer 1614, Start: 7:00 Uhr
Nach zwei Starts über die Ironman-Distanz in Roth in den vergangenen beiden Jahren hat sich Harald John für einen Start in Frankfurt entschieden, um sich den Traum von Hawaii (Plätze in seiner Altersklasse: 25) zu erfüllen. Der 40-jährige Vertriebsleiter hat dabei nicht nur mehr, sondern auch noch gezielter trainiert, so dass eine normale Trainingswoche bei ihm zwischen 18 und 20 Stunden umfasste. So kommen bei ihm seit Jahresbeginn neben etlichen Stunden im Fitnessstudio 250 Schwimm-, 5000 Rad- und 900 Laufkilometer zusammen. Auch er hofft neben einer erfolgreichen Qualifikation (Zielzeit: 9:45 Std.) auf trockenes und warmes Wetter sowie eine fantastische Stimmung am Streckenrand.