Neben unserer 1. offiziellen Jugendvereinsfahrt im Mai d. J. bot die Tauchabteilung eine weitere Vereinsfahrt nach Ägypten an, genauer nach Dahab auf der Sinai-Halbinsel. Organisiert wurde diese Fahrt von unserem Mitglied Dieter Gawantka.
Insgesamt verbrachten 19 Personen des TC Meerengel – einem befreundeten Verein -und des SSV Forchheim bis zu zwei Wochen gemeinsam in Dahab.
Die erste Gruppe mit Stefanie, Thomas, Dieter, Rosi, Stephan und Christiane startete am 20. Oktober von Frankfurt aus mit der Egypt Air. Der Flug verlief reibungslos und nach einer kurzen Zwischenlandung in Hurghada landeten wir spät abends in Sharm El Sheik. Am Flughafen wurden wir bereits von einem Führer des Reiseveranstalters empfangen, der uns geschickt durch das Menschengewusel zu unserem Bus führte. Auf der einstündigen Fahrt erzählte uns der sympathische junge Mann einiges Wissenswertes über Ägypten, das aber aufgrund der fortgeschrittenen Stunde und unserer Müdigkeit nicht mehr so richtig von uns aufgenommen wurde.
Im Hotel
angekommen, fielen wir gegen Mitternacht nach dem Zimmer Check-in todmüde ins
Bett.
Erst das reichhaltige Frühstücksbuffett im Swiss Inn, unserem Hotel, weckte wieder die Lebensgeister und unseren Tatendrang. Der führte uns natürlich direkt zur Tauchbasis am Strand. Also das muss man den Extra Divers lassen: eine so saubere, ordentliche Basis habe ich in Ägypten noch nicht gesehen. Das ganze Equipment ist tadellos und bestens untergebracht. Jeder erhält eine Box mit seiner persönlichen Nummer, in der er sein Tauchgerödel unterbringt; für die Anzüge sind je zwei nummerierte Bügel vorgesehen, so dass es auch hier nie zu Engpässen kommt.
Unser erster Tauchgang inkl. Check-Dive führte uns ans Hausriff. Erstaunlich was so ein kleines Hausriff alles bieten kann. Besonders beeindruckt hat uns die Vielzahl der kleinen weißen Muränen, die nicht selten zu viert oder fünft, gleich der Medusa, aus einem Felsloch spitzten. Auch wenn man es ja nun mittlerweile durch einige Ägyptenurlaube kennt, aber die vbF (=viele bunte Fische) am ca. 6 x 3 m großen Hausriff, Tiefe max. ca. 14 m, begeistern uns immer wieder.
Getaucht wird in Dahab grundsätzlich von Land aus, da es um Dahab herum keine Außenriffe gibt. Meistens – abhängig von der Wetterlage - fährt man morgens in den Norden und nachmittags in den Süden von Dahab. Nein, man wird nicht auf Kamele verladen, sondern in Jeeps der Beduinen durch die Sandpisten geschaukelt (je nach Fahrstil auch geschüttelt). Der bekannteste und mit der schönste Tauchplatz im Norden ist das Blue Hole mit seinem Einstieg in die Bells. Dies ist ein Einstieg, der trichterförmig zum Meer hin geöffnet ist, auf ca. 27 m abfällt und einem dann auf dieser Tiefe die Möglichkeit bietet, durch ein Loch ins Freiwasser zu tauchen. Die Steilwand Richtung Blue Hole bietet einem Vormittags dann durch die Sonneneinstrahlung eine atemberaubende Unterwasserwelt. Hart- und Weichkorallen leuchten in kräftigen Farben, davor tummeln sich wie immer vbF. Einige von uns hatten auch das Glück, eine Schildkröte zu Gesicht zu bekommen.
Der
Tauchplatz am Lighthouse z. B. bescherte uns Seepferdchen. Andere Plätze wie der
Corel Garden begeisterte hauptsächlich durch seine Korallenvielfalt und kleinere
Fischarten wie Maskenkugelfische oder gut getarnte Drachenköpfe. Ich hatte den
Eindruck, dass in diesem Teil des Roten Meeres wesentlich mehr Weichkorallen zu
sehen sind, wie z. B. auf der Festlandseite von Hurghada bis Marsalam.

Ein weiterer Tauchplatz, den man auf keinen Fall unerwähnt lassen sollte, ist der Canyon nördlich von Dahab. Nach einem kurzen Gang über das Riffdach taucht man in geringer Tiefe durch eine Lagune und kommt dann über eine Kante ins Freiwasser. Taucht man auf ca. 210 Grad etwa 30 m weiter erreicht man auf etwa 15 m Tiefe einen großen Korallenblock. Er beeindruckt mit einer ca. 7-8 m breiten kreisrunden Öffnung, in die bis auf 30 m Tiefe abgetaucht werden kann. Durch einen ca. 20 bis 22 m langen Kanal taucht man in die Fishbowl auf eine Tiefe von ca. 15 m hinein. Der Anblick der Fahnenbarschschwärme im Gegenlicht beim Eintauchen in die Fishbowl ist einfach grandios. Am Ende des Tauchgangs sollte man sich noch ein wenig Zeit für die Lagune nehmen. Wir haben hier Rossflügelfische, die uns ganz besonders fasziniert haben, und Partnerschnecken (wie der Name schon vermuten lässt: wo eine ist, kann die zweite nicht weit sein) entdeckt. Wir haben natürlich noch eine ganze Reihe weiterer Plätze aufgesucht, die ich hier allerdings nicht weiter aufzählen möchte. Jeder dieser Plätze bietet meist eine Besonderheit.
Weniger begeistert hat uns der Tauchplatz „Pinnacles“. Dieser Tauchplatz - wenige Kilometer südlich von Dahab - liegt auf einer Landzunge, die die Bucht mit vier Hotels, wie auch unserem, einschließt. Dieser Platz wird bevorzugt bei starkem Wind angefahren, da er durch die Landzunge etwas geschützter liegt. Der Name „Pinnacles“ bezeichnet einige kleinere Korallenblöcke, die auf einer Tiefe von 16 m betaucht werden. Der Tauchgang hier war nicht sehr ergiebig und wurde stark durch die über uns hinweg jagenden Surfer beeinträchtigt. Die Bucht ist ein Eldorado für Surfer, die hier aufgrund der für sie günstigen Windverhältnisse in Massen auftreten. Allerdings bieten Sie auch einen schönen Anblick, wie Sie elegant – wenn sie es können - über die Wasseroberfläche flitzen.
Wie erholt
sich der Taucher nach dem Tauchen? Er geht zur Happy Our an die Strandbar. Die
war für uns am späten Nachmittag ein beliebter Treffpunkt. Egal was jeder von
uns tagsüber so trieb, jeder wusste, hier finde ich sie alle. Überrascht hat
uns, dass s
ogar
alkoholische Cocktails angeboten werden. Allerdings hatten wir irgendwie den
Eindruck, dass die Cocktails nur an den Rum- und Ginflaschen vorbei getragen
wurden.
Nach der Happy Our wurde geduscht, ein wenig Augenpflege betrieben und um 19 Uhr maschierten wir zum Abendessen. Wie auch beim Frühstück konnten wir uns über das abwechslungsreiche Abendbuffett nicht beschweren. Die Auswahl an Vorspeisen, Hauptgängen und Beilagen wurde jedem Gaumen gerecht. Und erst die Kuchen und Desserts, hmmmmm. Es war eine einzige Schlemmerei... oder war es doch mehr Völlerei?
Und was schmeckt nach einem üppigen Abendessen besser als eine Wasserpfeife. In die Shisha-Ecke unserer Strandbar hingelümmelt, genossen wir unsere Shisha-Pfeife, gestopft mit Früchtetabak und einer Prise Minztabak (gibt einen Hauch von Frische). Angeregt in eine Unterhaltung vertieft oder in den prächtigen Sternenhimmel starrend und Sternschnuppen zählend, beschlossen wir den Tag.
Wenn das nicht Urlaub ist!
Christiane Merz
Jugendleitung Tauchen